In der Schweiz von Armut betroffen: Working Poor, Eineltern-Familien, wenig Gebildete

Wer ist arm in der reichen Schweiz?

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat die aktuellen Zahlen über Einkommen und Lebensbedingungen der Schweizer Bevölkerung veröffentlicht: 570 000 Personen – rund 7 Prozent der Bevölkerung – waren 2015 von Armut betroffen. Damit sind die Zahlen gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen. Nicht miteingerechnet sind die 1,18 Millionen Menschen, die in der Schweiz von Armut bedroht sind (vgl. Caritas Schweiz).

Immer dieselben Risikogruppen

Gemäss den neuesten Zahlen sind in der Schweiz im europäischen Vergleich verhältnismässig wenig Menschen arm. Umso wichtiger ist es, genauer hinzuschauen, wem es in unserem reichen Land an finanzieller Sicherheit fehlt:

  • Personen ohne Erwerbsarbeit, die allein leben
  • Personen ohne Erwerbsarbeit, die in Einelternhaushalten leben
  • Personen ohne Bildung
  • Ausländerinnen und Ausländer aus nicht-europäischen Ländern

Die Faktoren, die zu Armut führen, bleiben in der Schweiz seit Jahren dieselben: keine Arbeit, keine Bildung, Migrationshintergrund.

Mehrfachbelastung für Einelternhaushalte

Auf viele Armutsbetroffene treffen gleich mehrere der oben genannten Risikofaktoren zu: Beispielsweise kann ein alleinerziehender Elternteil meist nur einer Teilzeitarbeit nachgehen, und dies oft im Tieflohnsektor (vgl. NZZ-Bericht). Die Familie und die Ausbildung der Kinder damit zu finanzieren, ist schwierig. Ein erfolgreicher Start in ihr Leben bleibt armutsbetroffenen Kindern meist verwehrt.

Caritas Zürich nahe am Geschehen

Was die abstrakten Statistiken im Alltag bedeuten, zeigt sich in der Sozialberatung der Caritas Zürich: Jeden Tag begegnen die Mitarbeitenden vielfältigen Geschichten der Armut und suchen gemeinsam nach nachhaltigen Lösungen für prekäre Lebenssituationen. 2016 berieten sie 231 Familien, 86 Einelternhaushalte, und 188 Einzelpersonen und Paare.

Armutspolitik der Zukunft

Eine zukunftsträchtige Armutspolitik muss dementsprechend facettenreich sein. Nebst sozialpolitischen muss sie auch bildungs- und wirtschaftspolitische Massnahmen beinhalten. Die Entwicklungen aufgrund der Sparmassnahmen lassen zur Zeit jedoch wenig Hoffnung. Weshalb, lesen Sie in unseren vorgängigen Blogbeiträgen:

Umso vehementer fordern wir eine nachhaltige kantonale Armutspolitik! Sie soll Menschen aufgrund von Bildungsmöglichkeiten, Prämienverbilligungen und Familien-Ergänzungsleistungen langfristig ermächtigen, ihr Leben selbständig und unabhängig finanzieren zu können.

Wo sehen Sie Möglichkeiten?

Wie können wir, Sie und ich, armutsbetroffene Menschen unterstützen?

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2 Kommentare

  • Reply Miriam Fischer 13. Juli 2017 at 17:10

    Liebe Caritas-Blogger/innen,
    euer Facebook-Link funktioniert leider nicht, im Gegensatz zu Youtube und Flickr.

  • Reply Sophie Fürst 14. Juli 2017 at 9:10

    Liebe Miriam Fischer
    Herzlichen Dank für den Hinweis. Es gab ein technisches Problem, welches nun behoben wurde. Der Link funktioniert nun wieder.
    Danke für die Aufmerksamkeit, Sophie Fürst

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