Armut macht krank

Gesundheit ist in der Schweiz ein Luxus. Arme Menschen sind häufiger krank und sterben früher. Warum ist das so? Und was kann dagegen getan werden?

Ende August wurden die neuen Kennzahlen zur Sozialhilfe in den Schweizer Städten veröffentlicht. Die Sozialhilfezahlen bleiben im Verhältnis zum Bevölkerungswachstum stabil. Mit dem Bericht rückt jedoch ein wichtiges Thema ins Rampenlicht: Der Gesundheitszustand der Sozialhilfebeziehenden.

Seit einiger Zeit steigt die Anzahl Menschen, welche über eine längere Dauer hinweg Sozialhilfe beziehen. Der Bericht der Städteinitiative Sozialpolitik schaute genauer hin. Zurzeit liegt die durchschnittliche Bezugsdauer bei mehr als 3 Jahren. Ein beachtlicher Anteil der Langzeitbeziehenden hat gesundheitliche Probleme, die sie u.a. daran hindern, eine Stelle zu finden und den Weg aus der Sozialhilfe zu schaffen. Diese gesundheitlichen Probleme sind aber zu wenig ausgeprägt, als dass es für eine IV-Rente reichen würde.

Armut macht krank – oder macht Krankheit arm?

Lange ging man davon aus, dass es sich mit der Armut und der Gesundheit wie mit dem Huhn und dem Ei verhält. Dass ein Zusammenhang besteht, wurde nie bestritten. In welche Richtung die Einflussnahme verläuft, war jedoch unklar. Führt die Verschlechterung der Gesundheit zu einem Stellenverlust und anschliessend in die Sozialhilfe? Oder löst die Armut die gesundheitlichen Probleme aus?
Zahlreiche Studien zeigen heute, dass es zwar eine gegenseitige Beeinflussung gibt. Die Armut beeinflusst die Gesundheit aber klar stärker als umgekehrt.

So macht Armut krank

  1. Arztbesuche werden aus Geldmangel verschoben oder ganz weggelassen.
  2. Statt gesunder Lebensmittel wird aus Zeit- und Geldmangel auf ungesunde Fertigprodukte zurückgegriffen.
  3. Unregelmässige Arbeitszeiten, Schichtbetrieb und Temporärjobs bringen Unsicherheit und Stress. Dies macht auf die Dauer krank.
  4. Günstige Wohnungen sind oft schlecht isoliert und schimmlig.
  5. Armut bedeutet Isolation. Es bleibt kein Geld, um Freunde zu treffen. Die Leute ziehen sich zurück und viele werden depressiv.

Was es braucht
Armutsbetroffene brauchen genügend finanzielle Unterstützung, damit Gesundheit kein Luxus ist. Zudem muss der Zugang zu günstigen und gesunden Lebensmitteln, sicheren Arbeitsstellen und bezahlbaren Wohnungen verbessert werden.

Was tut Caritas Zürich?
Caritas Zürich ermöglicht mit dem Caritas Markt Zugang zu gesunden und günstigen Lebensmitteln. Dass gesundes Essen keine Kostenfrage ist, lesen sie auch im Blogbeitrag von Mitte September.

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Weiterführende Informationen:

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3 Kommentare

  • Reply Martin Krummenacher 9. Oktober 2015 at 11:10

    Am 18. Oktober haben wir eine Gelegenheit, daran etwas zu ändern.
    Darum: Seid solidarisch und helft die Armut bekämpfen, geht wählen!

  • Reply Atanasovska 11. Oktober 2015 at 12:15

    Armut macht Krank. Sozializolation und Freude zum Leben . Eine einzige ist nur nit Mut verliere zum Kempfe. Ich bin selber in Situation zum Kemfen und immer bin am Kempen. Bin Aleinerzihende Mutter von Zwei Kinder. 20j. Und 11 J. Mein Sohn Arbeitet alls Kaufman in eine Bank in Basel. Ich Arbeite auch aber nur 50% weill ich will meine Tochter in Auge habe . Es ist nit einfach Heute Kinder gut zum Erzihen . Und Shon ist immer mit mir. Bis wenn dass weise ich nit aber wenn er gehen denn ? Ich suhe Arbeit sogar habe ich Ausbildung Grund Kurs als Spielgrupeleiterin gemacht aber das ist auch nit eine siher und gut verdine Arbeit. Ausgang mit Kollegine oder Zahnartz sind Tabu fur mich. Sotialhilfe will ich nit. Mwine Tochter hat noch Fasnah Qlique ist so Zwei J dordt. Jahres Beitrag ist hoh… Uf Sohn kann ich nit immer warte er mues noch Steuer Zahlen. Aber hilft mir. Ja es ist sehr schfer . Öpis mus man machen. Kempfen gege Armut und bessonser in Alters Jahre wenn mann Pensioniert ist . Danke. Freundlichen Grüssen. Atanasovska Karolina .

    • Reply Cordula 12. Oktober 2015 at 14:08

      Liebe Frau Atanasovska, herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Sie schreiben eindrücklich, wie schwierig es ist, mit wenig Geld auszukommen. Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft auf Ihrem weiteren Weg. Beste Grüsse, Cordula Bieri

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