Der Eintrag im Betreibungsregister

Wird eine offene Betreibung bezahlt, so erscheint Sie weiterhin im Registerauszug – einfach mit dem Vermerk «bezahlt». Eine Geschichte aus meinem Beratungsalltag zeigt die Folgen.

Herr Chräbeli hatte persönliche Probleme, Schulden sind entstanden. Er hat unsere Beratungsstelle aufgesucht und konnte die Schulden dank unserer Hilfe zurückbezahlen. Durch diverse Wohnungswechsel ist ihm eine Rechnung untergegangen, eine Betreibung war die Folge. Der Gläubiger war nicht bereit, den Eintrag zu löschen. Weil die Betreibung zu Recht erfolgte, hat Herr Chräbeli keinen Anspruch auf Löschung des Registereintrages. Dies, obwohl er die Rechnung bezahlt und während der zweijährigen Sanierung den Tatbeweis, dass er mit seinem Geld umgehen kann, erbracht hat. Für Vermieter und Arbeitgeber ist der Eintrag nach wie vor sichtbar. Der Schuldner kann sich in diesem Fall höchstens ans Gericht wenden und so die Löschung durchsetzen. Dies ist aber teuer und zeitaufwändig.

Die Interessen polarisieren
Viele Gläubiger haben Verständnis und ziehen die Betreibung freiwillig zurück, wenn ehemalige Schuldner gezahlt haben und darum bitten. Es gibt aber Ausnahmen – ich stelle fest, dass das Löschen allgemein und ohne Rückzugsgebühr immer schwieriger wird. Denn die Interessen von Gläubiger und Schuldner gehen auseinander.

 Aus Sicht der Gläubiger:

  • Die Gläubiger sind darauf angewiesen, dass Rechnungen bezahlt werden.
  • Der Schuldner hatte genügend Möglichkeiten, die Rechnung zu bezahlen, er ist also selber Schuld.
  • Einige Vermieter sind der Ansicht, dass es notwendig sei, andere Vermieter auf die Zahlungsmoral des zukünftigen Mieters aufmerksam zu machen, und sind darum nicht bereit, den Eintrag zu löschen.
  • Der Eintrag ist eine Information an andere Gläubiger und verhindert, dass die betroffene Person weitere Schulden generiert.
  • Die Löschung des Eintrages ist eine Dienstleistung, die etwas kostet.

Aus der Sicht des Schuldners:

  • Der Schuldner war in einer Notlage.
  • Die Zahlungsmoral hat sich jetzt aber verändert.
  • Die Rechnung ist bezahlt, also soll der Eintrag gelöscht werden.
  • Der Eintrag macht Schwierigkeiten bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.

Wer ist im Recht? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

 

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7 Kommentare

  • Reply Anonym 21. November 2012 at 11:03

    ich kenne beide Seiten und kann nur sagen, dass es für beide Seiten ausserordentlich schwierig ist damit umzugehen. Als ich vor 20 Jahren in einem Schuldenberg unterging und das ist wirklich wie ein Versinken, selbstverschuldet, mit Kleinkrediten sowie Leasing, war das schon sehr hart. Abgesehen von der Machtlosigkeit, die einen überkommt, wenn hier der Staat eingreift und die Lohnpfändung über einem einbricht, entstehen durch den Amtsapparat der angeworfen wird, gleich noch Tausende mehr an Schulden. Der Staat ist keine Hilfe, im Gegenteil. Mein Motorrad wurde zwangsversteigert und zwar für so einen tiefen Betrag, dass nicht mal der Aufwand der Versteigerung gedeckt wurde, usw. So hatte ich danach nur noch mehr Schulden und dazu kein Motorrad mehr. Durch eine Zusatzausbildung fand ich dann hier raus und konnte meine Schulden, ca. 70’000.- tilgen. Dauerte 4 Jahre.
    Der Punkt an dem es began aufwärts zu gehen, war der Moment an dem ich begann mit meinen Gläubigern zu kommunizieren und die Abmachungen dann auch einzuhalten. Die Voraussetzung dafür diese Abmachungen auch einhalten zu können, war allerdings aufzuräumen und mir überhaupt erst einen Überblick zu verschaffen. Ein schmerzlicher Punkt, den Kopf wieder aus dem Sand zu nehmen. Dann halt Grind abä und secklä.
    Die vorhin angesprochene Zusatzausbildung war dann im nachhinein tatsächlich ein Glücksfall. Nachdem ich von 2 Firmen über längere Zeit, 11 Jahre, angestellt war konnte ich mich vor 1 Jahr in diesem Bereich sogar selbstständig machen.
    Nun kommt die andere Seite der Medaille. Als Einzelunternehmer bin nun ich darauf angewiesen dass meine Kunden bezahlen. Ich habe Familie zu ernähren, Miete zu bezahlen, Krankenkasse, MwSt., BVG, usw. Auch Ausgaben für die Firma, sind nicht immer klein. Meine Gläubiger kennen hier natürlich auch kein Pardon. Daher wenn mein Kunde nicht zahlt, kann ich nicht zahlen. Wenn ich nicht zahlen kann, rutsche ich in einen Bereich in den ich nicht zurück möchte. Die Furcht ist eine lähmende Sache, die meine Lebensqualität angreift. Das heisst für mich, wer über seine Verhältnisse lebt, greift schlussendlich meine Lebensqualität an.
    Das Schwierige ist nun wie man „über seine Verhältnisse“ definiert. Für mich ist das wer Luxusgüter konsumiert, bevor die grundsächlichen Ausgaben gedeckt sind, lebt darüber. Wer in einem Land mit einem durchschnittlichen Einkommen von über CHF 6000.-/Monat, trotz Arbeit zuwenig Geld für seine Verhältnisse hat, ohnen Kreditraten wohlgemeint, muss unterstützt werden.

    Nun ist es aber in dieser Gesellschaft so, das den Menschen ja vermittelt wird, was sie alles brauchen. Ich erhielt von der ZKB mit 18 einen Kleinkredit über 15’000.-, bei einem Einkommen von 400.- im Monat. Da muss man sich nicht wundern, das man reinrutscht bevor man es besser weiss. Mit einer Bank (zumindest mit den verantwortungslosen, gierigen Managern) die auf faulen Krediten sitzen bleibt, habe ich gar kein Mitleid. Allerdings mit dem Familienbetrieb, welcher auch noch Verantwortung für anderer Leute Fehler übernehmen muss, schon.

    Es gibt viele Gründe für Schulden. Absichtlich rutscht hier niemand rein. Auch aus Nachlässigkeit nicht wirklich. Mobbing, Alleinerziehung durch Scheidung, Arbeitslosigkeit durch Rationalisierung, Drogenprobleme, Kindesmissbrauch usw. sind alles Punkte die einen zerbrechen lassen. Wenn man nur noch funktionieren muss, geht es nicht lange gut.

    Die Warnungen für bezahlte Betreibungen bringen einer Firma an und für sich nichts, aus meiner Sicht ist es die Kombination, Betreibungen, offene Punkte und was schon bezahlt wurde.

    Riskant:
    Wenn Sie einen Betreibungsregister-Ausug vor sich haben, und sehen diese Person hat Verlustscheine in der Höhe von 10’000 und offene Zahlungsbefehle, machen Sie keine Arbeit für ihn. Bzw. 100% vor der Ausführung.

    Weniger Riskant:
    Für die andere Person die sich 80’000 erledigte Verlustscheine und 50’000 erledigte Zahlungsbefehle summiert haben, hier keine offenen Schulden bestehen, könnte man auch vermuten, diese Person hat es gelernt. Also eher 50% vor Erledigung der Arbeit.

    Gruss

    Anonym

  • Reply Anonym 21. November 2012 at 11:03

    ich kenne beide Seiten und kann nur sagen, dass es für beide Seiten ausserordentlich schwierig ist damit umzugehen. Als ich vor 20 Jahren in einem Schuldenberg unterging und das ist wirklich wie ein Versinken, selbstverschuldet, mit Kleinkrediten sowie Leasing, war das schon sehr hart. Abgesehen von der Machtlosigkeit, die einen überkommt, wenn hier der Staat eingreift und die Lohnpfändung über einem einbricht, entstehen durch den Amtsapparat der angeworfen wird, gleich noch Tausende mehr an Schulden. Der Staat ist keine Hilfe, im Gegenteil. Mein Motorrad wurde zwangsversteigert und zwar für so einen tiefen Betrag, dass nicht mal der Aufwand der Versteigerung gedeckt wurde, usw. So hatte ich danach nur noch mehr Schulden und dazu kein Motorrad mehr. Durch eine Zusatzausbildung fand ich dann hier raus und konnte meine Schulden, ca. 70’000.- tilgen. Dauerte 4 Jahre.
    Der Punkt an dem es began aufwärts zu gehen, war der Moment an dem ich begann mit meinen Gläubigern zu kommunizieren und die Abmachungen dann auch einzuhalten. Die Voraussetzung dafür diese Abmachungen auch einhalten zu können, war allerdings aufzuräumen und mir überhaupt erst einen Überblick zu verschaffen. Ein schmerzlicher Punkt, den Kopf wieder aus dem Sand zu nehmen. Dann halt Grind abä und secklä.
    Die vorhin angesprochene Zusatzausbildung war dann im nachhinein tatsächlich ein Glücksfall. Nachdem ich von 2 Firmen über längere Zeit, 11 Jahre, angestellt war konnte ich mich vor 1 Jahr in diesem Bereich sogar selbstständig machen.
    Nun kommt die andere Seite der Medaille. Als Einzelunternehmer bin nun ich darauf angewiesen dass meine Kunden bezahlen. Ich habe Familie zu ernähren, Miete zu bezahlen, Krankenkasse, MwSt., BVG, usw. Auch Ausgaben für die Firma, sind nicht immer klein. Meine Gläubiger kennen hier natürlich auch kein Pardon. Daher wenn mein Kunde nicht zahlt, kann ich nicht zahlen. Wenn ich nicht zahlen kann, rutsche ich in einen Bereich in den ich nicht zurück möchte. Die Furcht ist eine lähmende Sache, die meine Lebensqualität angreift. Das heisst für mich, wer über seine Verhältnisse lebt, greift schlussendlich meine Lebensqualität an.
    Das Schwierige ist nun wie man „über seine Verhältnisse“ definiert. Für mich ist das wer Luxusgüter konsumiert, bevor die grundsächlichen Ausgaben gedeckt sind, lebt darüber. Wer in einem Land mit einem durchschnittlichen Einkommen von über CHF 6000.-/Monat, trotz Arbeit zuwenig Geld für seine Verhältnisse hat, ohnen Kreditraten wohlgemeint, muss unterstützt werden.

    Nun ist es aber in dieser Gesellschaft so, das den Menschen ja vermittelt wird, was sie alles brauchen. Ich erhielt von der ZKB mit 18 einen Kleinkredit über 15’000.-, bei einem Einkommen von 400.- im Monat. Da muss man sich nicht wundern, das man reinrutscht bevor man es besser weiss. Mit einer Bank (zumindest mit den verantwortungslosen, gierigen Managern) die auf faulen Krediten sitzen bleibt, habe ich gar kein Mitleid. Allerdings mit dem Familienbetrieb, welcher auch noch Verantwortung für anderer Leute Fehler übernehmen muss, schon.

    Es gibt viele Gründe für Schulden. Absichtlich rutscht hier niemand rein. Auch aus Nachlässigkeit nicht wirklich. Mobbing, Alleinerziehung durch Scheidung, Arbeitslosigkeit durch Rationalisierung, Drogenprobleme, Kindesmissbrauch usw. sind alles Punkte die einen zerbrechen lassen. Wenn man nur noch funktionieren muss, geht es nicht lange gut.

    Die Warnungen für bezahlte Betreibungen bringen einer Firma an und für sich nichts, aus meiner Sicht ist es die Kombination, Betreibungen, offene Punkte und was schon bezahlt wurde.

    Riskant:
    Wenn Sie einen Betreibungsregister-Ausug vor sich haben, und sehen diese Person hat Verlustscheine in der Höhe von 10’000 und offene Zahlungsbefehle, machen Sie keine Arbeit für ihn. Bzw. 100% vor der Ausführung.

    Weniger Riskant:
    Für die andere Person die sich 80’000 erledigte Verlustscheine und 50’000 erledigte Zahlungsbefehle summiert haben, hier keine offenen Schulden bestehen, könnte man auch vermuten, diese Person hat es gelernt. Also eher 50% vor Erledigung der Arbeit.

    Gruss

    Anonym

  • Reply Sunny 27. Februar 2013 at 18:32

    Hallo Anonym,

    bei deinem Beitrag, Ein Gedanke zu „Der Eintrag im Betreibungsregister“ spürt man, dass er aus der eigenen gemachten Praxis-Erfahrung entstammt und nicht aus der beschönigten Vorstellung kommt, die sich Leute machen, die noch nie in so einer Situation waren.

    Würde Dir gerne mal persönlich schreiben und Dich und deine Einstellung zu diesem Thema etwas vertieft kennen lernen. Ich selbst bin weiblich und über 50 Jahre alt. Hast Du Lust mir zu antworten, dann darf Dir und NUR DIR von den Betreibern dieser Plattform maine Mail-Adresse rausgegeben werden.

    Deine Einstellung ist toll, bleib so und vieleicht bis bald, . . .

    . . . Sunny

  • Reply Sunny 27. Februar 2013 at 18:32

    Hallo Anonym,

    bei deinem Beitrag, Ein Gedanke zu „Der Eintrag im Betreibungsregister“ spürt man, dass er aus der eigenen gemachten Praxis-Erfahrung entstammt und nicht aus der beschönigten Vorstellung kommt, die sich Leute machen, die noch nie in so einer Situation waren.

    Würde Dir gerne mal persönlich schreiben und Dich und deine Einstellung zu diesem Thema etwas vertieft kennen lernen. Ich selbst bin weiblich und über 50 Jahre alt. Hast Du Lust mir zu antworten, dann darf Dir und NUR DIR von den Betreibern dieser Plattform maine Mail-Adresse rausgegeben werden.

    Deine Einstellung ist toll, bleib so und vieleicht bis bald, . . .

    . . . Sunny

  • Reply Johnf5 9. April 2015 at 15:57

    I truly appreciate this article.Really thank you! Fantastic. gbegdefgccce

  • Reply Johnf5 9. April 2015 at 15:57

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  • Reply Yves 5. Mai 2017 at 10:08

    Es gibt immer eine Lösung und in den meisten Fällen regeln sich auch allfällige Betreibungen.

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