Computerkenntnisse gehören heute zu den Grundkompetenzen.

Fördern wir die Grundkompetenzen!

Der Erwerb von Grundkompetenzen ist mindestens so wichtig wie die Integration in den Arbeitsmarkt – wenn nicht sogar wichtiger. Doch deren Förderung fristet immer noch ein Schattendasein. Höchste Zeit also, dass wir das Thema genauer unter die Lupe nehmen.

Grundkompetenzen – Was ist das?

Grundkompetenzen sind Fähigkeiten, die wir brauchen, um uns im Alltag zurechtzufinden. Dazu zählen Lesen und Schreiben, Alltagsmathematik, Kenntnis der lokalen Amtssprache und der gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien. Sie ermöglichen uns Briefe zu lesen und zu verstehen, am Computer nach Informationen zu suchen oder auszurechen, ob das Geld im Portmonee für den geplanten Einkauf ausreicht.

Der blinde Fleck

Bei Menschen, die neu in die Schweiz einwandern und die lokale Sprache noch nicht beherrschen, ist sich die Politik einig: Hier muss investiert werden. Bei Personen, die unser Schulsystem durchlaufen haben (mit oder ohne Migrationshintergrund) und trotzdem Bildungslücken aufweisen, besteht aber nach wie vor ein blinder Fleck. Obwohl Fachleute darauf hinweisen, wie wichtig Investitionen in die Förderung von Grundkompetenzen sind, geschieht in den Kantonen wenig. Der Kanton Zürich spart sogar genau in diesem Bereich.

Steigende Anforderungen am Arbeitsplatz

Industriearbeitsplätze nehmen stetig ab, der Anteil der Informations- und Kommunikationswirtschaft steigt hingegen stetig. Diese setzt Lese- und Schreibfertigkeiten voraus. Zudem verlangt die stark voranschreitende Digitalisierung von den Arbeitnehmenden Offenheit gegenüber neuen digitalen Anwendungen und die Fähigkeit, diese zügig zu erlernen. Das betrifft nicht nur qualifizierte Mitarbeitende, sondern zunehmend auch Stellen im Niedriglohnsektor. Zum Beispiel werden im Betreuungs- und Pflegebereich immer mehr Berichte verlangt, um die Qualitäts- und Sicherheitsansprüche zu sichern. Zudem setzt der Anspruch, dass sich die Arbeitnehmenden ständig weiterbilden, voraus, dass diese die Grundkompetenzen beherrschen. » KMU Leitfaden für Weiterbildung

Tabuthema

Dass jemand trotz abgeschlossener obligatorischer Schule noch nicht lesen und schreiben kann, ist ein Tabuthema. Etwas nicht zu können, das für viele selbstverständlich ist, beschämt die Betroffenen. Sie trainieren sich an, die fehlenden Kenntnisse geschickt zu vertuschen. Manchmal erhalten sie Unterstützung vom nahen Umfeld (z. B. Eltern oder Kindern), damit es Aussenstehenden nicht auffällt.

Armutsrisiko steigt

Ein Mangel an Grundkompetenzen erhöht enorm das Risiko von Armut betroffen zu sein. Wenn es darum geht, Erwerbslose wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren, ist es deshalb zentral, dass auch allfällige Bildungslücken in Angriff genommen werden. Eine nachhaltige Integration wird sonst nicht gewährleistet.

Zugang für alle!

Caritas Zürich ist es ein Anliegen, dass alle Zugang zu Bildungsangeboten haben – unabhängig von Alter, Herkunft und Portmonee. Wir bieten deshalb günstige Computer- und Deutschkurse im Rahmen von LernLokal an. Mit der KulturLegi gibt es 50% Rabatt auf die Kurse der EB Zürich.

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