Caritas-Markt Sortiment: Ananas, Grapefruit, Äpfel, Mandarinen

ÜBERFLUSS? WILL ICH NICHT.

Ich treffe Stammkunde Beat im Caritas-Markt Oerlikon. Eine fröhliche Grundstimmung umgibt mich. Da und dort ein Gespräch oder ein Lachen, keine Hektik.

Sophie: Du kommst oft in den Caritas-Markt. Hast du ständig Hunger?

Beat: Nein. (lacht) Ich wohne in der Nähe und schau immer mal wieder rein, auch nur zum Plaudern. Aber hauptsächlich komme ich wegen dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das ist unschlagbar. Und auch die Vielfalt der Produkte steigt ständig.

Sophie: Was unterscheidet für dich den Caritas-Markt von grossen Supermärkten? Was schätzt du?

Beat: Zum einen gefällt mir die Auswahl an Produkten. Sie ist kompakt. Den Überfluss und den übermässigen Konsum in den riesigen Supermärkten mag ich nicht. Zum anderen fühle ich mich sehr wohl im Caritas-Markt. Hier werde ich als Mensch wahrgenommen. Ich tausche mich aus mit den Angestellten, manchmal auch mit den Kunden. Man kennt sich hier.

Sophie: Gibt es auch Sachen, die du verbessern würdest?

Beat: Manchmal fehlen die besonderen Sachen, die ich mir in einem normalen Supermarkt niemals leisten könnte. Zum Beispiel ein Rindsbraten. Ich weiss aber, dass dies vom Angebot abhängt. Das kann der Caritas-Markt nicht steuern. Bei all den Nahrungsmitteln, die in der Schweiz jährlich weggeworfen werden, denke ich aber immer, wieso diese nicht im Caritas-Markt landen. Diese Verschwendung macht mich traurig.

Sophie: Du bist berechtigt im Caritas-Markt einzukaufen. Darf ich etwas über deine Geschichte erfahren?

Beat: Ich hatte mich mit einem Freund selbstständig gemacht. Es lief gut bis ich gemerkt habe, dass er nicht ehrlich ist. Daraufhin ging es bergab, nicht nur finanziell, sondern auch psychisch. Ich hatte Mühe, dieses Hintergangenwerden zu verdauen. Zurzeit arbeite ich Teilzeit als Hauswart und bin Leiter in einem Schülergarten. Zweiteres ist aber ein saisonaler Job. Deshalb verdiene ich nicht genug Geld. Mir ist es aber wichtiger, dass mir die Arbeit Spass macht. Die leuchtenden Kinderaugen nach einem Tag «im Dreck» sind unbezahlbar.

Beim Hinausgehen ruft Beat der stellvertretenden Caritas-Markt-Leiterin zu: «Gell, du sagst, wenn ich am Jubiläumsfest etwas helfen kann. Ich komme gerne. Sag einfach Bescheid.» Ich verlasse den Caritas-Markt mit einem Lächeln auf den Lippen und denke, dass dieses Jubiläumsfest am 21. Mai bei all dieser Unterstützung bestimmt ein voller Erfolg wird.

» Eindrücke vom Jubiläumsfest

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