Caritas Zürich, wie kann ich Ihnen helfen?

An vier Nachmittagen pro Woche bieten wir den so genannten Intake-Dienst an. Hilfesuchende haben dann die Möglichkeit, eine Kurzberatung durch Fachpersonen zu erhalten und einen persönlichen Beratungstermin zu vereinbaren.

Es ist Montagnachmittag. Punkt 13.30 Uhr klingelt das Telefon. Eine jüngere Frau aus Winterthur ist heute die erste Anruferin. Sie möchte nach Frankreich auswandern, hat mehrere Tausend Franken Schulden und möchte erfahren, wie sie vorgehen muss, um diese vor der Auswanderung begleichen zu können. Als Zweite meldet sich eine alleinerziehende Mutter. Ihre Einkünfte (Lohn und Alimente) sind tief und sie hat Mühe mit dem vorhandenen Geld die Kosten für Gesundheit und Hobbies der Kinder zu decken. Die Frau würde gerne eine Budgetberatung in Anspruch nehmen und klären, ob sie für das Fussballtraining des Sohnes und den Gitarrenunterricht der Tochter finanzielle Unterstützung erhalten kann. In der Zwischenzeit ist eine E-Mail eingetroffen. Ein Lehrer möchte wissen, ob ein jugendlicher Migrant mit einer Aufenthaltsbewilligung F nach Schulabschluss Anspruch auf Taggelder hat und wenn ja, wie lange.

Hilfestellung durch Fachpersonen
Im 2013 wandten sich insgesamt über 1800 Hilfesuchende an den Intake-Dienst der Caritas Zürich, täglich waren das mehr als neun Anfragen. 87 Prozent der Personen kontaktierten die Caritas per Telefon und 13% per E-Mail oder Brief. Die Kurzberatungen dauerten im Durchschnitt 15 Minuten und fanden häufig zu folgenden Themen statt: Schulden, finanzielle Unterstützung, Migration, Gesundheit, Arbeit, Beziehungen oder Wohnen. Die meisten Ratsuchenden waren Menschen mit einem persönlichen Anliegen; nicht selten haben aber auch Drittpersonen oder Mitarbeitende anderer Institutionen um Hilfe gefragt. Den meisten Hilfesuchenden konnten wir in der Kurzberatung eine Lösung aufzeigen oder wir verwiesen sie an eine geeignete Fachstelle. Über 13 Prozent der Personen, welche sich im Intake an uns wandten, wurden zu einem persönlichen Beratungsgespräch eingeladen und so zu Klientinnen und Klienten der Caritas Zürich.

Intake-Dienst als komplexe Aufgabe
In der Praxis gestaltet sich der Intake-Dienst als komplexe Aufgabe. Für die Sozialarbeitenden gilt es  die Problemlagen der Anfragenden möglichst rasch und präzise zu erfassen, die Fragen kompetent zu beantworten  und herauszufinden, ob die Caritas Zürich die passende Beratungsstelle hinsichtlich einer weiterführenden Hilfestellung ist. Gleichzeitig ist Intake für eine Organisation wie Caritas ein wichtiges Instrument um zu erfahren, welche Anliegen für Hilfesuchende von grosser Bedeutung sind – Intake als Pulsmesser für soziale Problemlagen.

… und noch ein letztes Telefon
Mittlerweile ist es kurz vor 17 Uhr. Als Letzter meldet sich heute ein Herr aus Bulgarien, welcher vor einigen Jahren im Rahmen des Familiennachzugs in den Kanton Zürich gekommen ist und seither im Strassenbau tätig ist. Er möchte wissen, ob es eine Möglichkeit gibt, mit Hilfe von Caritas eine Zusatzausbildung zu absolvieren, denn er ist aufgrund seines Alters kaum mehr in der Lage, seiner körperlich anstrengenden Arbeit nachzukommen.

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