Copilot sucht Freiwillige, um Eltern und ihre Kinder zu unterstützen.

So entstehen Freundschaften

Bei meiner ersten Begegnung öffnete Aisha strahlend die Tür. Die jungen Eltern aus Somalia und ihre vier Kinder wohnen zu Beginn in einer kleinen 2-Zimmerwohnung. Betten wurden geteilt, ein Kinderzimmer zum Spielen gab es nicht. Obwohl Aisha die deutsche Sprache noch nicht so gut beherrschte, erzählte sie immer voller Lebensfreude von ihren erlebten Geschichten. Eine Frau voller Energie.

Socken werden zu Zecken

In der neuen 5-Zimmerwohnung gibt es nun Platz für alle. Unterstützung bot ich bei administrativen und schulischen Anliegen, aber auch bei vielem mehr. Aisha legte zum Beispiel Briefe zurück, bei denen sie nicht weiterwusste, um diese mit mir zu besprechen. In einem Infobrief an die Eltern fragte ich sie, ob sie weiss, was Zecken sind. Sie nickte eifrig und zeigte auf ihre Füsse: «Socken». Ich schmunzelte und erklärte ihr was Zecken sind.

Faszination Kuchen backen

Zusammen mit Aisha und den Kindern haben wir zu den Geburtstagen Kuchen gebacken. Dazu durfte ich jeweils eines ihrer somalischen Kleider tragen. Oft wurde ich auch zum Essen oder Tee eingeladen. Ich gewann einen tiefen Einblick in die somalische Kultur und begegnete Familienfreunden.

Grosse Fortschritte

Ich konnte Aisha in der Zeit ermutigen, einen Deutschsprachkurs zu besuchen. Zudem kann ihr Sohn endlich im Fussballverein dabei sein. Ich habe die Familie wertschätzend, liebevoll und dankbar erlebt. Mit meinem neu gewonnenen Blickwinkel habe ich realisiert, mit welchen Kleinigkeiten die Familie täglich kämpft. Ein spannendes Jahr mit vielen besonderen Momenten liegt hinter mir.

«Tatjana, meine Schwester»

Ein spezielles Ereignis war der Abschluss meiner Begleitungstätigkeit – die Familie besuchte mich zu Hause und lernte einen Teil meiner Familie kennen. Oft nennt mich Aisha «Tatjana, meine Schwester» und heisst mich immer noch willkommen bei ihnen. Wir führen unsere schöne Freundschaft auch nach meinem Einsatz für das Projekt Copilot weiter. Unsere Abschiede enden jeweils mit herzlichen Umarmungen.

***

Tatjana Fink engagiert sich seit Sommer 2016 für das Projekt Copilot von Caritas Zürich. Sie ist in Russland geboren, in Deutschland aufgewachsen und lebt seit 2004 in der Schweiz. Die 30-jährige Studentin der Sozialpädagogik ist in einer Stiftung für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf tätig.

Ich möchte mich freiwillig engagieren.

 

ähnliche Artikel

Keine Kommentare

Rückmeldung hinterlassen