Schlechte Ausbildung, erhöhtes Armutsrisiko

Mehr Fairness im Bildungssystem

Am 26. Oktober 2017 organisiert Caritas Zürich das Armutsforum mit dem Titel «Chancengerechtigkeit in Zeiten politischer Sparübungen». Warum wurde dieser Titel gewählt? Haben in der Schweiz nicht alle dieselben Chancen?

Schlechte Ausbildung = Armutsrisiko

Eine mangelhafte oder fehlende Ausbildung bedeutet in der Schweiz ein hohes Armutsrisiko. Wer keine oder nicht die richtigen Diplome vorweisen kann oder über mangelnde Kompetenzen verfügt, hat häufig Mühe, eine existenzsichernde Arbeit zu finden. Das widerspiegelt sich im Zürcher Sozialbericht: Rund 57 Prozent der Sozialhilfebeziehenden haben keinen nachobligatorischen Abschluss (im Vergleich dazu beträgt diese Gruppe lediglich 20 Prozent der Gesamtbevölkerung). Gerade an den Übergängen einer Bildungsbiographie werden die Weichen gestellt, beispielsweise nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit.

Ist das Schweizer Bildungssystem gerecht?

Das Schweizer Bildungssystem gilt gemeinhin als qualitativ hochwertig. Im internationalen Vergleich ist die Jugendarbeitslosigkeit tief (vgl. SECO), das System durchlässig: Wer eine Chance verpasst, hat sich deswegen nicht die Zukunft verbaut. Es herrscht das meritokratische Prinzip: Eine gute Leistung führt zu Erfolg.

Nicht alle haben dieselben Chancen

Schaut man genauer hin, so zeigt sich, dass bei weitem nicht nur die Leistung ausschlaggebend ist. Es gibt durchaus Benachteiligte im Schweizer Bildungssystem: Zusammengefasst spielen der Wohnort und die soziale Herkunft (vgl. BfS) – also die Eltern, ihre finanziellen Möglichkeiten und ihr Bildungsstand – hierzulande seit jeher und immer noch eine grosse Rolle für den Bildungserfolg. Und zwar deutlich mehr als in anderen Ländern: Die Schweiz bildet gemeinsam mit Deutschland und Belgien das Schlusslicht, wenn es darum geht, Kindern mit schwierigen Ausgangslagen zu schulischem Erfolg zu verhelfen (vgl. WOZ).

Faire Bildungspolitik

Die Förderung gerechter Bildungschancen kostet – und Bildung ist zu weiten Teilen Sache der Kantone, wo wie zum Beispiel im Kanton Zürich gespart wird. Doch ob des Spardrucks soll nicht vergessen werden: Eine investive, faire Bildungspolitik lohnt sich, da sie zur längerfristigen Armutsprävention beiträgt.

  • Doch was kann man für mehr Chancengerechtigkeit tun?
  • Wie kann man Kinder und Jugendliche fördern, wenn man am Existenzminimum lebt?

Diskutieren Sie hier auf dem Blog oder am Armutsforum mit uns über Bildungsgerechtigkeit im Kanton Zürich!

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