Mutter und Sohn: Familien brauchen in schwierigen Zeiten Unterstützung wie Familienergänzungsleistungen.

Familienarmut im Kanton Zürich

Kein Kind sollte in Armut aufwachsen – trotzdem ist dies auch für viele Kinder in der Schweiz Alltag. Doch was bedeutet es als Kind arm zu sein und was liesse sich politisch dagegen tun?

Alleinerziehende sind gefährdet

Ein Drittel aller Personen, die Sozialhilfe beziehen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Ein Blick in die Armutszahlen des Bundes zeigt, dass vor allem Alleinerziehende ein sehr hohes Armutsrisiko haben. 14 Prozent sind armutsbetroffen, 26 Prozent gefährdet in die Armut zu rutschen. Nach einer Trennung oder Scheidung muss das Geld plötzlich für zwei Haushalte reichen – das ist teuer und viele kommen so schnell an ihre finanziellen Grenzen.

Kinder leiden besonders

Besonders hart trifft es die Kinder. Wer nicht die neuesten Turnschuhe besitzt oder sich die Mitgliedschaft im Fussballverein nicht leisten kann, wird schnell ausgeschlossen. Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf solche Situationen: Sie solidarisieren sich mit ihren Eltern und isolieren sich zusehends von ihren Mitschülern oder aber sie machen den Eltern dauernd Vorwürfe. Die finanziell schwierige Situation wirkt sich auch auf das familiäre Zusammenleben aus. Ständige Existenzängste führen zu Spannungen und verstärken Konflikte.

Ist Armut vererbbar?

Armut ist nicht vererbbar wie dies blaue Augen oder dunkle Haare sind. Aber in Armut aufzuwachsen prägt ein Kind und schmälert die Chance in Zukunft ein finanziell abgesichertes Leben zu führen. Je nach Land ist dieser Effekt jedoch grösser oder kleiner. In der Schweiz spielt es noch immer eine grosse Rolle, in welche Familie man hineingeboren wird.

Warum das so ist?

Finanziell abgesicherte Haushalte haben mehr Möglichkeiten ihre Kinder zu fördern. Bereits beim Eintritt in den Kindergarten lassen sich deshalb Unterschiede feststellen, welche sich später meist akzentuieren. Hinzu kommt, dass bei gleicher Leistung Kinder unterschiedlich eingestuft werden – je nach Haushalt wird den Kindern mehr zugetraut, auch weil die Eltern sich stärker für sie einsetzen.

Familienarmut verhindern

Dass es arme Familien in der Schweiz gibt, ist kein Naturgesetz, sondern ein soziales Problem. Es lässt sich lösen – sofern der politische Wille da ist. Mit Familienergänzungsleistungen könnte der Staat Familien in finanzieller Not unterstützen. Was das genau ist und wie diese wirken, ist Thema an der «Fachtagung Ergänzungsleistungen für Familien» am 10. November in Zürich.

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Weiterführende Literatur

Die Caritas Schweiz hat 2015 eine umfassende Studie zur Situation Alleinerziehender in der Schweiz publiziert. Diese ist hier abrufbar.

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