Familien müssen erneut sparen. Der Kanton Zürich kürzt die Prämienverbilligung.

Krankenkasse: Gesundheit nur für Reiche?

In Kürze: Die Krankenkassenprämien steigen stetig, gemäss Bundesamt für Gesundheit in diesem Jahr durchschnittlich um 4 Prozent. Der Topf für Prämienverbilligung wird hingegen immer leerer. Gerade kleine Budgets leiden unter dem Druck der hohen Kosten. Diese Rechnung kann nicht aufgehen.

Das Sparprogramm des Kantons Zürich

Der Kanton Zürich muss sparen. Der Regierungsrat hätte auch die eine oder andere Steuererleichterung der letzten Jahre rückgängig machen können, doch das war kein Thema. Stattdessen präsentierte er 120 Massnahmen, unter welchen eine besonders einschneidend ist: Die Kürzung der Prämienverbilligung. 140 Millionen sollen damit über die nächsten Jahre eingespart werden. Das ist besonders besorgniserregend, weil parallel dazu die Krankenkassenkosten stetig steigen. Neben der Miete stellen die Krankenkassenprämien inzwischen die grösste Ausgabe der Schweizer Haushalte dar.

Armutsbetroffene unter Druck

Armut macht krank. Gerade deshalb wären Menschen mit wenig Geld besonders auf eine günstige und gute Gesundheitsversorgung angewiesen. Aber das Gegenteil ist der Fall. In gewissen Kantonen, wie zum Beispiel im Kanton Luzern werden Leute, die ihre Krankenkasse nicht bezahlen können, gar auf schwarze Listen gesetzt, so dass sie nur noch eine minimale Versorgung erhalten. Der Kanton Zürich fasst eine andere Massnahme ins Auge: Mit dem neuen kantonalen Prämienverbilligungsgesetz möchte man die Leute dazu zwingen, in sogenannt günstige Krankenkassen zu wechseln. Dass die Billigkassen oft auch viel weniger Leistung erbringen, wird ohne Wimpernzucken in Kauf genommen.

Grosse Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung

Die Prämienverbilligungen waren bisher ein Mittel, Haushalte mit tiefen Einkommen von den hohen Gesundheitskosten zu entlasten. Nun wird dieses System immer mehr ausgehöhlt.

Download „Prämienverbilligungen in den Sparmühlen“ – PDF Datei – 25 KB

Wer es sich leisten kann, versichert sich privat und kauft Zusatzversicherungen dazu. Armutsbetroffene bleibt die Grundversicherung in Billigkassen. Der Graben in der Gesundheitsversorgung wird so immer grösser.

Falls Ihre Gesundheitskosten Ihr Budget regelmässig sprengen, empfehlen wir Ihnen die Broschüre «Finanzielle Probleme – wohin wende ich mich?».
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Die Caritas Zürich bleibt am Thema dran, beobachtet kritisch die Entwicklungen und versucht wo möglich politisch Einfluss zu nehmen, damit Gesundheit kein Luxusgut ist.

Ihre Erfahrungen sind gefragt: Diskutieren sie mit

  • Sparen Sie bei den Gesundheitskosten, wenn das Budget knapp ist?
  • Wie beeinflusst Ihre finanzielle Situation Ihre Gesundheit?
  • Wie versuchen Sie ihre Krankenkassenprämien so gering als möglich zu halten?

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