Musikunterricht ist für Menschen mit wenig Geld ein purer Luxus.

Musikunterricht: purer Luxus?

Im Magazin «Nachbarn» haben wir über Frau Santos und ihre drei Töchter berichtet – und über den Musikunterricht für die Kinder, den wir finanziell unterstützen. Doch wer Musikunterricht hört, denkt oft an überflüssigen Luxus. Ob das wirklich so ist, haben wir nun den Musiklehrer Peter Reichen* gefragt.

Musikunterricht ist purer Luxus – was meinen Sie, Herr Reichen?

Schon die Höhlenmenschen haben gesungen. Und in armutsbetroffenen Kulturen wird besonders viel Musik gemacht. Warum, frage ich mich: Weil Musik überflüssiger Luxus ist? Oder weil sie Menschen verbindet und ihnen Kraft für den manchmal nicht ganz einfachen Alltag gibt? Eine positive Kraft, die übrigens für Kinder besonders wichtig ist!

Wie kann Musik denn positive Kräfte wecken?

Wer Musik macht, hat Erfolgserlebnisse – mit jedem Ton, jedem Takt und jeder Melodie. So merken Kinder aus einem schwierigen Umfeld, dass sie doch etwas können. Und diese Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten ist wichtig – vor allem für Kinder, die oft als Verlierer und Aussenseiter abgestempelt werden.

Erfolgserlebnisse kann auch der Sport vermitteln. Warum plädieren Sie dennoch für den Musikunterricht?

Sport ist vor allem ein Gegeneinander, Musik ist miteinander. Darum gibt es beim gemeinsamen Musizieren auch keine Verlierer, sondern nur Gewinner. Ich finde, dies ist ein Aspekt, der in unserer kompetitiven Zeit eindeutig für die musikalische Erziehung spricht.

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Mit einer Themenpatenschaft investieren Spendende von Caritas Zürich in die Bildung und Förderung von armutsbetroffenen Kindern. Mit dem Geld werden sinnvolle Förder- und Freizeitangebote wie Musik- oder Sportunterricht, Ferienlager oder Nachhilfestunden finanziert. » Patin oder Pate werden

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* Peter Reichen ist seit elf Jahren Musikschulleiter von MKZ Limmattal. Er gilt als einer der Förderer des Klassenmusizierens in der Stadt Zürich. (Foto: Patrick Gutenberg)

 

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