«Man kann nicht nicht wohnen!»

Mit dieser Aussage schloss Jacqueline Badran ihre Ausführungen zur Initiative „Für mehr bezahlbaren Wohnraum“ im Kantonsrat. Diese an sich banale, aber folgenreiche Feststellung geht mir seither nicht mehr aus dem Kopf.

Seit ich denken kann, bin ich fasziniert vom Thema Kommunikation. Eines meiner Lieblingszitate, weil einfach und wahr, ist deshalb Paul Watzlawicks „Man kann nicht nicht kommunizieren“. Weil wir bei Caritas Zürich immer wieder mit dem Thema Wohnen und dessen Auswirkungen konfrontiert sind, interessierte mich der Beitrag in der NZZ von Stefan Hotz gleich doppelt.

Wenn man etwas „nicht nicht kann“, dann tut man es einfach, ob man will oder nicht. Und gleich wie beim Kommunizieren gilt auch beim Wohnen: Wer es gestalten kann, erzielt damit die besseren Resultate, hat mehr Spielraum. Oder eben: einen besseren Lebensraum. Was heisst das? In der Beratung begegnen uns immer wieder Menschen, die…

  • …zuhause zu wenig Platz haben, damit die Kinder ihre Hausaufgaben in Ruhe machen können.
  • …im Winter nicht nur draussen frieren, sondern auch in ihrem Wohnzimmer – falls sie überhaupt eines haben.
  • …niemanden nach Hause einladen können, weil sie ihre kleine, schimmlige, laute Wohnung niemandem zumuten wollen. Ausser sich selber.

Auch das Umfeld der gemieteten vier Wände spielt eine wichtige Rolle:

  • Gibt es ÖV-Anschluss, um bspw. zur Arbeit zu kommen?
  • Welche Unterstützungsangebote gibt es (z. B. Kinderkrippe, Hort, Gemeinschaftszentrum)?
  • Wie lärmig ist es, wie schadstoffbelastet?

Wir sehen immer wieder: Eine gute Wohnsituation ist die Basis für Vieles. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass möglichst viele Menschen diese gute Basis bekommen. Unsere Grundlagenstelle wird sich dieses Jahr wieder vor allem dem Thema Wohnen widmen. Die Resultate stellen wir an unserem Armutsforum am 7. November vor – und freuen uns, wenn Sie dabeisein können.

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