mit mir-Patenschaft von Caritas Zürich für armutsbetroffene Kinder

«Schön haben wir uns getroffen»

Ulla’s Augen leuchten, wenn sie von Markus spricht. «Nach dem ersten Gespräch wollte er gleich mit.» Trotzdem dauerte der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses zwischen der «mit mir»-Patin und ihrem Patenkind. Ihre Anekdoten berühren. Mit ihr zusammen wünsche ich mir mehr Menschen, die sich für benachteiligte Kinder engagieren.

Vertrauen gewinnen

«Markus ist ein Autonarr. Zusammen mit meinem Mann haben wir mit ihm alle Schweizer Oldtimer-Museen abgeklappert. Bei einem Oldtimer-Rennen durfte Markus sogar in einem Ford Mustang mitfahren. Seine leuchtenden Augen werde ich nie vergessen.» Ulla weckte Markus Interesse an gemeinsamen Aktivitäten. Das Vertrauen stieg und damit auch Markus‘ Selbstsicherheit.

Grenzen sind wichtig

Die tollen gemeinsamen Momente geniesst Ulla sehr. Sie kennt aber auch die Grenzen ihrer Rolle als Patin: «Man muss hinhören. Das Patenkind weiss eigentlich sehr genau, welche Rolle es einem zuschreibt. Zudem muss man sich stets bewusst von einer Mutterrolle abgrenzen». Wichtig ist auch, das Vertrauen der Mutter zu gewinnen. «Sie sah, wie zufrieden Markus nach einem Wochenende bei uns zurückkehrte. Zu Weihnachten haben wir die Erlebnisse mit Markus jeweils in einem Fotoalbum festgehalten. So konnte sie mitverfolgen, was wir mit ihm unternommen haben.»

Nichts für Zartbesaitete

Ein Patenkind ist etwas anderes als ein Gottikind. Man kennt die Familiengeschichte nicht. Mit der Zeit erfährt man als «mit mir»-Patin jedoch viel Vertrauliches. Mit dem muss man umgehen können. «Erst nach und nach wurde mir klar, warum Markus gewisse Ängste hat. Das Ablehnen von Umarmungen mussten wir genauso respektieren wie das ausschliessliche Interesse an Autos.»

Die positive Erfahrung überwiegt

«Am Anfang machte uns seine Unsicherheit zu schaffen.» Doch Markus hat an Vertrauen gewonnen, in die Patin aber auch in sich selbst. «Dass der kleine Gfrörli im Schwimmbad nicht mehr aus dem Wasser zu kriegen ist oder sich wie ein Äffli durch den Seilpark hangelt, macht uns schon stolz.» Nach 4 Jahren ist die Patenschaft nun offiziell zu Ende. Für Markus steht die Tür bei Ulla aber weiterhin offen. Und ich bin sicher, er wird dies nutzen. Denn nach seiner Rückkehr von einem Wochenende mit Ulla sagte er einst zu seiner Mutter: «Wir haben gelebt wie die Könige». Wer will das schon missen?

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