Kinder im Zoo, KulturLegi, Caritas Zürich

Sommerferien – der entscheidende Nachteil

Das Gepäck steht bereit. Die Familie trifft die letzten Vorkehrungen, um in ein neues, zweiwöchiges Ferienabenteuer zu starten. Die Kinder dieser Familie werden mit zahlreichen Eindrücken und Geschichten in den Schulalltag zurückkehren. Doch was ist mit Kindern aus armutsbetroffenen Familien?

Studien zeigen: Bei Schuleintritt befinden sich Kinder aus sozial benachteiligten Familien gegenüber solchen aus privilegierten Familien im Rückstand. Mit individueller Förderung wird während der Schulzeit daran gearbeitet, die Schere zu schliessen. Schulferien stellen jedoch einen erneuten Einschnitt dar.

Fehlende Impulse

Kinder aus armutsbetroffenen Familien erhalten während der langen Ferienzeit nicht dieselben Impulse. Bildungsnahe Eltern unternehmen mit ihren Kindern Ausflüge und gehen in die Ferien, besuchen mit ihnen andere Orte, geniessen anderes Essen und zeigen ihnen die Vielfältigkeit der Schweiz oder anderer Länder. Währenddessen verbringen Kinder aus sozial benachteiligten Familien viel Zeit zu Hause. Die Gründe dafür sind vielfältig und kumulativ: Die Eltern haben keine Zeit, um zu verreisen, da sie arbeiten müssen; das knappe Haushaltsbudgetreicht nicht für Ferienaktivitäten; neben Arbeit und Haushalt – insbesondere bei Alleinerziehenden – bleibt nicht genug Energie, um den Kindern entsprechende Impulse zu bieten.

Mit Angeboten Gegensteuer bieten

Kehren die Kinder aus armutsbetroffenen Familien zurück in den Schulalltag, sind sie nicht nur bildungstechnisch wieder im Hintertreffen. Sie stehen auch abseits, weil sie keine spannenden Ferienabenteuer zu erzählen haben. Zwei Caritas-Projekte versuchen mit ihrem Angebot, dem entgegenzuwirken.

Mit der KulturLegi bezahlen Familien pro Kind nur die Hälfte für Lager von Blauring, Pfadi oder Cevi. Zudem erhalten sie vergünstigt Eintritt in Zoos, Freizeitparks oder Fluss-, See- und Schwimmbäder. Dies sind nur wenige Beispiele, wie man die KulturLegi gezielt für Ferienaktivitäten einsetzen kann.

Die freiwilligen Patinnen und Paten des Projekts «mit mir» unternehmen während der Ferien Ausflüge mit den Kindern und ermöglichen ihnen damit spannende Erlebnisse und Abenteuer. Sie nehmen sich die Zeit, welche die Eltern aus den genannten Gründen nicht haben.

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4 Kommentare

  • Reply derder 31. Juli 2015 at 20:27

    Armut ist nicht gleich Armut. Bildungsnahe Eltern befinden sich ab und zu auch in Armutsituationen, so nach Scheidungen, Burnout u.a. Armutbetroffene Familien haben manchmal Zugang zu einem reichen Kulturschatz aus Geschichten und Spielen. Armutbetroffene Familien haben haufig ein engeres vernetzen Sozialleben, wo reichere Eltern genausoviel arbeiten in die Ferienzeit, die Kinder haufiger alleine gelassen werden.
    Es geht mehr um eine Lebenseinstellung: Abendpicknick und Baden am See oder Spielen im Fluss liegt drin fuer alle. Alpamare foerdert auch nicht besonders die Kompetenzen der Kinder!

    • Reply Sophie 3. August 2015 at 13:31

      Danke für Ihren wertvollen Textbeitrag. Sie haben völlig recht. Natürlich geht es in erster Linie um die Qualität der Beziehung, der altersgerechten Auseinandersetzung wie auch der Impulse. In der Förderung auch während der Ferien sind nicht (nur) finanzielle Mittel ausschlaggebend, sondern viel mehr Kreativität und Engagement. Wir wollen unseren Beitrag daher auch nicht so absolut verstanden wissen. Der Text soll lediglich darauf hinweisen, dass es für manche armutsbetroffene Familie schwieriger ist ihren Kindern im Rahmen der Ferien wertvolle Inputs mitzugeben und dass sich dies auch in den schulischen Leistungen wiederspiegelt. Aus diesem Grund setzen wir uns mit unseren Angeboten dafür ein, dass auch Kinder aus armutsbetroffenen Familien an unterschiedlichsten Aktivitäten teilnehmen können. Im Idealfall findet daneben auch ein harmonisches Picknick am See statt.

  • Reply derder 31. Juli 2015 at 20:27

    Armut ist nicht gleich Armut. Bildungsnahe Eltern befinden sich ab und zu auch in Armutsituationen, so nach Scheidungen, Burnout u.a. Armutbetroffene Familien haben manchmal Zugang zu einem reichen Kulturschatz aus Geschichten und Spielen. Armutbetroffene Familien haben haufig ein engeres vernetzen Sozialleben, wo reichere Eltern genausoviel arbeiten in die Ferienzeit, die Kinder haufiger alleine gelassen werden.
    Es geht mehr um eine Lebenseinstellung: Abendpicknick und Baden am See oder Spielen im Fluss liegt drin fuer alle. Alpamare foerdert auch nicht besonders die Kompetenzen der Kinder!

    • Reply Sophie 3. August 2015 at 13:31

      Danke für Ihren wertvollen Textbeitrag. Sie haben völlig recht. Natürlich geht es in erster Linie um die Qualität der Beziehung, der altersgerechten Auseinandersetzung wie auch der Impulse. In der Förderung auch während der Ferien sind nicht (nur) finanzielle Mittel ausschlaggebend, sondern viel mehr Kreativität und Engagement. Wir wollen unseren Beitrag daher auch nicht so absolut verstanden wissen. Der Text soll lediglich darauf hinweisen, dass es für manche armutsbetroffene Familie schwieriger ist ihren Kindern im Rahmen der Ferien wertvolle Inputs mitzugeben und dass sich dies auch in den schulischen Leistungen wiederspiegelt. Aus diesem Grund setzen wir uns mit unseren Angeboten dafür ein, dass auch Kinder aus armutsbetroffenen Familien an unterschiedlichsten Aktivitäten teilnehmen können. Im Idealfall findet daneben auch ein harmonisches Picknick am See statt.

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