Sozialbericht – nur ein Teil der Wahrheit

Das BFS hat heute den «Sozialbericht Kanton Zürich» veröffentlicht. Caritas Zürich nimmt Stellung, denn der Bericht ist nur ein Teil der Wahrheit. Das Hilfswerk fordert deshalb eine Armutsberichterstattung.

Der Bezug von bedarfsabhängigen Sozialleistungen ist im Kanton Zürich im Jahr 2014 von 7,8 auf 8,3 Prozent gestiegen, wie der Sozialbericht des Kantons zeigt. Dies ist vor allem auf den Anstieg der Kleinkinderbetreuungsbeiträge (KKBB) zurückzuführen – die Anzahl Sozialhilfebeziehender bleibt im Verhältnis zum Bevölkerungswachstum stabil.

Nur ein Teil der Wahrheit

Der heute vom Kanton Zürich publizierte Sozialbericht bietet eine gute Übersicht über die bedarfsabhängigen Sozialleistungen im Kanton Zürich. Eine eigentliche Armutsberichtser-stattung – wie sie zum Beispiel der Kanton Bern kennt – fehlt aber weiterhin. Einerseits erfährt man im Sozialbericht nichts über die Menschen, die im Kanton Zürich unter dem Exis-tenzminimum leben, ohne Sozialleistungen zu beziehen. Andererseits werden die Gründe für Armut im Kanton Zürich zu wenig genau untersucht, um wirksame Massnahmen gegen die Armut entwickeln zu können. Deshalb fordert die Caritas Zürich vom Kanton Zürich eine voll-ständige Armutsberichterstattung.

Unterstützung für Armutsbetroffene nimmt ab

Ab dem 1. Januar gelten die neuen Skos-Richtlinien, welche Kürzungen beinhalten. Gross-familien und junge Erwachsene erhalten weniger Sozialhilfe. Die längst fällige Erhöhung des Grundbedarfes wird nicht vollzogen, was faktisch einer Senkung entspricht. Gleichzeitig hat der Zürcher Kantonsrat entschieden, die Kleinkinderbetreuungsbeiträge zu streichen – ohne Alternativen wie beispielsweise Familienergänzungsleistungen auch nur zu diskutieren.

Unter diesen Voraussetzungen werden viele Armutsbetroffene den Anschluss an unsere Gesellschaft verlieren. Damit schwinden auch die Chancen auf eine berufliche Integration. Caritas Zürich befürchtet, dass die Armut im Kanton Zürich vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen zunehmen wird.

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