Bild Schuldenberatung Caritas Zürich

Steuerschulden ohne Ende

Steuerschulden: Sie sind die häufigste Art des Zahlungsrückstandes in der Schweiz. Auch bei den Klientinnen und Klienten von Caritas Zürich. Ein automatisierter freiwilliger Direktabzug vom Lohn wäre wünschenswert. Eine Erklärung.

Das jetzige Steuersystem verursacht häufig Schulden. Gemäss einer Studie des Bundesamtes für Statistik (BfS) erzeugt es nicht nur die meisten Schuldner/innen, sondern auch die höchsten Schuldbeträge in der Bevölkerung.

Die Gründe für Steuerschulden

Schuldenberatungen wie die von Caritas Zürich können bei der Bewältigung und Vorbeugung von Steuerschulden Unterstützung leisten. Budgets werden erstellt und Sparmöglichkeiten aufgezeigt. Schwierig wird es jedoch dann, wenn strukturelle Fehler im System zu Verschuldungen führen.

Das Ausfüllen der Steuererklärung ist für viele Menschen eine grosse Herausforderung. Statt Hilfe in Anspruch zu nehmen, reichen sie keine Steuererklärung ein und werden folglich von Steueramt eingeschätzt. Und dies meist zu hoch. Der Fall eines Hilfsarbeiters in Dürnten ist ein konkretes Beispiel dafür.

Personen, die bereits verschuldet sind und betrieben werden, bedeuten Steuerschulden eine zusätzliche Belastung: Ins betreibungsrechtliche Existenzminimum werden laufende Steuern nicht eingerechnet. Entsprechend verschuldet sich die von einer Lohnpfändung betroffene Person aufgrund der Steuern laufend neu. Eine Schuldenspirale ohne Ende beginnt.

Steuerabzug vom Lohn: ein wichtiger Schritt

Unbezahlte Steuerrechnungen führen so zu enormen Folgeproblemen. Einträge im Betreibungsregister erschweren zum Beispiel die Wohnungssuche erheblich und oft leben die Betroffenen am Existenzminimum ohne Zukunftsperspektiven. Um dem vorzubeugen, unterstützt Caritas Zürich die Idee des automatisierten Direktabzugs der Steuern vom Lohn. Unselbstständig Erwerbende sollen die Möglichkeit erhalten, die Steuern monatlich direkt von ihrem Lohn abziehen zu lassen.

Im Kanton Baselstadt wurde vor den Sommerferien eine entsprechende Motion überwiesen. So bezahlen nur Personen, die zur Zeit des Steuerabzuges auch tatsächlich Einkommen haben und in der Lage sind, die Steuern zu bezahlen. Durch den sofortigen Abzug käme es nicht zu Verzögerungen. Menschen, die ihre Stelle verlieren, müssten nachträglich keine hohen Steuerrechnungen begleichen, die sie dann nicht mehr in der Lage sind zu bezahlen.

Eine gute Idee finden dies auch die Leserinnen und Leser von 20 Minuten. 78% der Teilnehmenden wären froh, müssten sie sich nicht mehr um die Rückstellungen sorgen. Zeit für einen Systemwechsel also.

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