Stummes Gebet

Liebe Ursula, ich habe mehrmals telefoniert, es geht um die Wände, man sagt Wände haben Ohren, aber unsere Wände haben Schimmel und schreien bis Himmel. Wir müssen besprechen…

Wie eine Lawine gehen Besucher von meinem Nachbarn, weil er hat eine Schraube locker! «Und du», sagt mein Feind von innen… «du müsstest weg von hier, aber du willst Beobachter sein… so vergiftest dein Leben.» – «Aber mit meine Deutsch, mit diesen Bewilligung, mit solchen Budget…», beginne mich vor mir selbst zu rechtfertigen.

Streit oben wächst, und ich bin klein und verloren von Sorgen. Dann ist wieder still. Höre ich Wasser vom Badezimmer, dann ganz leise Schritte auf der Treppe. Jemand, der insgeheim geht! Ja, ist meine Nachbarin in der Strasse, die «Hilfe, Hilfe!» sagt… ein Auto nimmt. Ist für sie gut, aber für mich? Jetzt fliesst kein Wasser mehr, er bemerkt, dass die Frau ist weg! Und kommt wie ein Hund in meinen Tür. Ich öffne nicht, nur sage ein stummes Gebet! Ich habe Angst, dass er hört meine Herzklopfen. Ein Telefon klingt, er spricht mit jemand, dann geht er.

Ich sage ihm stumm: «Mach‘s gut, ich wünsche dir Schrauben zu finden!» – «Und du auch, finde du die deinen», spricht mein Feind von innen. Jetzt stehe ich allein in diesen drei Familien Haus. Ich habe letzte Woche mit Hausbesitzerin telefoniert, sie war besetzt nur hat mir gefragt: «In welcher Zusammenhang?» – «Unsere Wände voller Schimmel.» – «Komme diese Woche vorbei!»

Ich habe ganze Nacht nicht geschlafen, im Mitternacht wollte ich Wasser trinken, konnte aber nicht. Hände waren unbeweglich geworden, bin eine Statue? Um neun Uhr aufstehe ich. Es ist Samstag, ich schau in Fenster, es schneit dicke Flocken, keine Spur, niemand ist da.

Ich bin in Korridor, wollte Türe schlüsseln als jemand kommt. Ich schrie von Angst und war erleichtert, als ich Ursula sehe, und der Hund kommt direkt in meine Arme. «Du hast Angst», sagte sie. «Nein, vor kleine Hunde nicht, aber vor grosse Hunde schon», sagte ich zynisch, und machte eine Zeichnen Richtung Nachbartür… Ursula lachte spöttisch. «Ja», sagte sie, «ich gehe oben zuerst.»

Dann kommt sie, sieht die Wände und sagt zu mir: «Finde schnell ein Wohnung, das ist gefährlich für die Gesundheit, es tut mir leid.» Was soll ich jetzt machen, denke ich, es war schön hier, mitten der Dorf fliesst der Sihl… «Du kannst viel machen, deine Stimme klingt», sagt mein Freund von innen. Ich schreibe etwas, das hilft, schreiben ist Therapie.

Dies ist ein Text aus der Broschüre «Wohnen/Schreiben» von Caritas Zürich.

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