Sind sie durchoptimiert anstatt mit Liebe gefüllt?

Sind Sie schon durchoptimiert?

In schwierigen Zeiten darf man ja bloss nicht aufgeben. Auch wenn ihr persönlich erstelltes Netzwerk zusammenfällt wie ein Spinnennetz nach dem Durchmarsch einer Elefantenherde – bleiben Sie positiv! Hier ein paar Tipps wie Sie finsteren Anachronien entgegen treten können.

Die Macht der flexiblen Wahrheiten

Haben Sie noch Freunde? Glückspilz! Keine Panik, die werden Sie auch noch los und solange Sie arm sind, wird sich auch niemand Neues für Sie interessieren. Freunde sind Menschen, welche freiwillig mit Ihnen Zeit verbringen, ohne dafür bezahlt zu werden. Deshalb erwähnen Sie bloss das Wort «arm» nicht, ausser Sie wollen sich von jemandem wirklich auf Nimmerwiedersehen entledigen! Sagen Sie stattdessen maximal, dass Sie gerade jetzt einen kleinen finanziellen Engpass erleben, das geht vorüber, also eigentlich schon fertig. Dass die Miete Ihres kleinen Zimmerchens inzwischen fast gleich hoch ist, wie Ihre monatliche Krankenkassenprämie – lassen Sie weg.

Kaufen Sie nicht mehr ein!

In Zeiten, in welchen Sie Black Friday nicht nur einmal im Jahr erleben, sondern wöchentlich vor dem Geldautomaten, sind auch hier Erfindungsgeist und Survivaltraining angesagt. Gehen Sie nicht mehr im Supermarkt einkaufen! Sollte es doch mal unvermeidbar sein, laufen Sie nur gebückt durch die Regale. Dies ist auch die Haltung, welche die Konsumgesellschaft für Sie ab sofort vorgesehen hat, da die günstigen Angebote meist gut versteckt unterhalb der Augenhöhe liegen.

Machen Sie alles selbst!

Suchen Sie sich stattdessen die Zutaten einzeln oder in der Natur zusammen. Kräuterpesto, Löwenzahnsalat oder auch Konfitüre und Tee: alles Outdoor auffindbar. Dasselbe gilt auch für Zahnpasta, Tonic, Gesichtsmaske, Shampoo: ist meist sogar besser selbst gemacht als die überteuerten Produkte aus dem Handel. Mein Zahnarzt versicherte mir, dass ich ihn arbeitslos machen würde, wenn alle so tolle Zähne hätten. Falls Sie, wie ich, Kaffeeliebhaberin sind, kaufen Sie sich eine mahlende Kaffeemaschine (natürlich Occasion), nicht so eine gekapselte – Sie wissen schon; What else. Dies schont zum einen Ihr zukünftiges Portemonnaie, zum anderen können Sie den Kaffeesatz für andere Sachen weiternutzen.

Betreiben Sie Public Relations!

Da Sie jetzt bedarfsorientiert sind, stehen Sie quasi permanent in der Öffentlichkeit und zwar nackt bis auf die Unterwäsche. Machen Sie es also wie die Profis. Fassen Sie sich möglichst kurz und sprechen Sie mit Beamten nur in Stichworten. Alles andere überlastet ihr Gegenüber und Ihre Sorgen können gar nicht mehr effizient verarbeitet werden. Das andere gilt für Therapeuten, die wollen es meist genau wissen, aber nur innerhalb der vorgegebenen 45 Minuten, und nur innerhalb ihres Fachgebietes. Falls Sie mal einen guten Platz gefunden haben, halten Sie diesen fest! Die Wartelisten können elend lange sein.

Bis dahin wünsche ich Ihnen einen guten Aufschwung – halten Sie durch und bleiben Sie wertvoll!

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