Vom Abstimmen und von Abstimmungen

Was die Abstimmung vom 3. März mit dem Abstimmen der Familienbedürfnisse in der Adventszeit zu tun hat? Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Balanceakt und gerade in hektischen Zeiten besonders schwierig.

Ausgerechnet in der Adventszeit fällt es mir schwer, das Familien- und das Berufsleben aufeinander abzustimmen. Während in der Familie verschiedene Adventsrituale ihren Raum einnehmen, Geschenke gekauft und die Festtage – manchmal mit diplomatischen Turnübungen – geplant werden, stehen auch bei Caritas Zürich verschiedene Weihnachtsanlässe an. Ganz abgesehen davon, dass ich alles, was ich bis Ende Jahr erledigen wollte, spätestens jetzt wirklich machen muss.

Viele Menschen, die uns bei Caritas begegnen, haben aber das ganze Jahr über Probleme, Familie und Beruf abzustimmen. Nicht wegen Festessen oder Geschenkeshopping, das erlaubt das Budget häufig nicht mal an Weihnachten. Nein, weil die Eltern zum Beispiel so viel arbeiten müssen, dass sie ihre Kinder nicht so unterstützen können, wie sie sich das wünschen. Oder weil Alleinerziehende mit all den Entscheidungen, die sie alleine tragen müssen, manchmal beruflich nicht auch noch soviel leisten können, wie sie eigentlich wollen.

Gehen Sie abstimmen
Familie und Beruf abstimmen kann schwierig sein. Über den Familienartikel abstimmen, ist dagegen für Stimmberechtigte ganz einfach. Der Familienartikel will die Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Verfassung verankern. Am 03.03.13 stimmen wir darüber ab: ein Datum, das man sich merken kann.

„Familien gehören nicht in staatliche Obhut“, titelt die NZZ am 7. Dezember. Das finde ich auch. Aber ich bin klar der Meinung, dass der Staat denen die Hand reichen soll, die Unterstützung benötigen. Dass das Bundesparlament dabei Kantonen und Gemeinden „Beine macht“, finde ich ebenfalls in Ordnung. Erstens besteht dieses Parlament aus Vertreter/innen von Kantonen und Gemeinden. Und zweitens finde ich das Anliegen wichtig genug, um auch jemandem „Beine zu machen“, wenn es nötig ist.

Schreiben Sie doch gleich das zweideutige Wort „Abstimmen!“ in Ihre neue Agenda ein: als guten Vorsatz für das Neue Jahr, und speziell am 3. März 2013. Vielleicht gibt es dann kurz vor Frühlingsanfang nochmals ein bisschen Weihnachten. Ich wünsche Ihnen gut abgestimmte, frohe Festtage.

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