Darum benötigen Fahrende mehr Standplätze

Das Leben auf Rädern ist ihre Leidenschaft. Maria Mehr ist eine Fahrende. Sie gehört zu den etwa 2’000 bis 3’000 Jenischen in der Schweiz, die noch aktiv fahren. Ihr Wohnwagen ist ihr Daheim, das ganze Jahr. In den Wintermonaten lebt sie auf dem Standplatz in Adliswil, von Frühling bis Herbst ist sie auf Reise.

Problematik Platzmangel

Noch immer gibt es zu wenige Plätze in der Schweiz, wo Fahrende halten und bleiben.
Dies bestätigt auch Maria Mehr und ist besorgt: «Ein ausreichendes Platzangebot ist die Grundlage, damit Fahrende mit Handel, Handwerk und dem Angebot von Dienstleistungen die Existenz für sich und ihre Familien sichern können.» Der Platzmangel bringt Familien in existenzielle Notlagen. Mindestens einen Stand- oder Durchgangsplatz pro Kanton wünschen sich die Fahrenden.

Engagement für Fahrende

Caritas Zürich berät und unterstützt Schweizer Fahrende seit vielen Jahren und setzt sich gemeinsam mit weiteren Organisationen für die Schaffung von mehr Stand- und Durchgangsplätzen ein. Um den Anliegen von Fahrenden in der Öffentlichkeit eine starke Stimme zu geben, engagiert sich Caritas Zürich im Aufbau und der Pflege eines Netzwerkes aus Organisationen von Fahrenden und solchen aus den Bereichen Menschenrechte, Minderheiten und Diskriminierung. Zudem ist Caritas eingeladen worden bei der Taskforce des Bundes zur Verbesserung der Lebensweise von Fahrenden mitzuarbeiten. Das Ziel der Arbeitsgruppe ist, bis Ende 2015 einen Aktionsplan samt Massnahmenkatalog auszuarbeiten, der die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Fahrenden langfristig zu verbessert.

Ins Gespräch kommen

Auch Maria Mehr engagiert sich für «ihr Volk». «Um die Akzeptanz und das Verständnis für die fahrende Lebensweise zu erhöhen, müssen Fahrende und Sesshafte ins Gespräch kommen», meint Maria Mehr. Einen Ort dafür bietet das Zigeuner-Kultur-Zentrum, das sie selbst mitgründete und noch heute präsidiert. In einem grossen Festzelt erwartet die Besuchenden Ausstellung über die Geschichte und Kultur der Fahrenden, traditionelle Handwerke werden vorgeführt und Maria Mehr erzählt von ihrem Leben als Fahrende und beantwortet Fragen der Besuchenden.

» Interview mit Maria Mehr in unserem Magazin «Nachbarn»

Der Fachbereich Fahrende von Caritas Zürich und Maria Mehr laden alle ZüriBlog-Lesenden und weiteren Interessierten herzlich ein zu einer persönlichen Führung durch das Zigeuner-Kultur-Zentrum:

Datum: Dienstag, 30. Juni 2015, 16 Uhr
Ort: Schütze-Areal (neben Escher-Wyss-Platz), Zürich

Die Teilnahme ist kostenlos. Bitte um Anmeldung bis zum 20. Juni 2015 per E-Mail b.jurman@caritas-zuerich.ch oder Tel. 044 366 68 20.

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