Wer kauft, wird glücklich

Bonuspunkte und Rabatt in der Vorweihnachtszeit: Es profitiert, wer grosse Mengen auf Vorrat kauft. Ich will nur Fondue.

Blättern in der Zeitung vom Supermarkt. König Nespresso „Nupure“, 143.20 statt 179.-, Maggi Würze 1.95. Panettone, Schinkli, Pink interessiert mich nicht. Lagavulin Whisky, der mit der torfigen Note, für 47.95, hergestellt auf der Insel Islay. Weshalb Miesmuscheln zum Einführungspreis von 13.40 auf derselben Seite wie Milchprodukte angepriesen werden, ist mir ein Rätsel – appetitlich sieht’s nicht aus. Ich suche ein bestimmtes Angebot: zwei Mal 800 g Fondue zu 24 irgendwas, und ich will wissen, welches Fondue günstiger ist, dieses, oder das vom anderen Supermarkt: zwei Mal 400 g zu weissichwieviel. Weiterblättern: Signal mit 33% Rabatt, „Spass und Schutz für die ganze Familie“, Schweizer Städte zum Superpreis, 99.–, Tiefstpreis garantiert.

Die Billigangebote fehlen
Ich befinde mich im fiktiven Kaufrausch, doch vor lauter Wald sehe ich die Bäume nicht mehr. So viel ich auch blättere, das Angebot bleibt unauffindbar. Produkte der Billigsegmente fehlen, wohl aus gutem Grund: Beworben werden die, von denen es heisst, sie werden immer ärmer – die Mittelschicht. Zufall? Ich glaube nicht. Sie kaufen sich wohl immer noch glücklich. Wie auch immer, wen interessiert schon meine Sicht der Dinge, ich soll auch kaufen, und ich will. Aber halt nicht all die vielen Superbonus- und Cumuluspunkt-Angebote – ich muss bescheiden bleiben. Mein Gewissen, das unser Familienbudget keinen Moment vergessen hat, flüstert: „Nur das Fondue!“

 

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2 Kommentare

  • Reply Perumal Bettina 18. Dezember 2012 at 15:06

    Wenn ihr Hilfe Brauch schreibt mir ok

  • Reply Sarah 31. Januar 2013 at 13:32

    Liebe Bettina

    Leider etwas verspätet möchte ich Ihnen folgendes schreiben: Zuerst, vielen Dank für Ihr Angebot, ja, das meine ich ehrlich. Ich habe die vergangenen Jahre, dank der Grosszügigeit von Einzelnen, manchmal sozusagen Rettung in letzter Not erlebt, mir auch mal das eine oder andere leisten können. Sinn und Zweck dieses Blogs ist nicht, die Aufmerksamkeit auf mich zu lenken, sondern darauf, das es in der Schweiz viele, viele Menschen in einer ähnlichen Situation gibt. Vielleicht kennen Sie jemanden, ohne zu wissen, dass die Person Probleme hat? In der Nachbarschaft, im Quartier, im Dorf? Ich ermutige Sie, die Fühler auszustrecken und bin zuversichtlich, dass Sie Gelegenheit bekommen, jemandem zu helfen. Wenn sie Fragen haben, können Sie sich selbstverständlich hier melden oder bei der Caritas selbst.

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