Es ist wieder Welttag

Kann ein Tag die Welt verändern? Wohl kaum. Aber er kann Anlass dazu geben. Wie der Uno-Welttag zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung vom 17. Oktober.

Fast jeden Tag kann jemandem gedacht, ein Jahrestag gefeiert oder auf ein Anliegen aufmerksam gemacht werden. Sei es dank UNO-Welttagen, Jubiläen oder Gedenkfeiern. So zahlreich scheinen sie (Welternährungstag, Internationaler Friedenstag, Weltfrauentag, Tag der Arbeit, Welttoilettentag etc.), dass ich die Übersicht verliere und mich meistens nicht dafür interessiere. Obwohl jeder Tag seine Berechtigung hat und auf wichtige Anliegen aufmerksam macht. Das wurde mir wieder einmal bewusst anlässlich des Uno-Welttags zur Überwindung von Armut und Ausgrenzung vom 17. Oktober.

Auswege aus der Armut
Verschiedene Berner Organisationen (AvenirSocial Sektion Bern, KABBA, GMS-Bern sowie SAH Bern) gelangen anlässlich dieses Tages mit einem offenen Brief an Regierungsrat und Parlament. Sie empfehlen, sechs Auswege aus struktureller Armut in den zukünftigen Massnahmenplan zur Bekämpfung der Armut aufzunehmen. Ein Auszug:

Ergänzungsleistungen für Familien:
Familienarmut ist eine der primären Ursachen für die Absenz von Bildung und Berufsausbildung eines grossen Teils der Armutsbetroffenen, welche deshalb kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und somit Armut weiter tradieren.

Mindestlöhne statt Sozialhilfe:
Vollzeitarbeit verdient eine Entlöhnung, die ein Leben ohne Sozialhilfe garantiert. Wer trotz Arbeit nicht genug verdient, wird durch die Dauerbelastung von zu viel Arbeit und gleichzeitig begründeter Existenzangst krank und verursacht schlussendlich ein Vielfaches an Kosten im Sozial- und Gesundheitswesen.

Günstigen Wohnraum fördern:
Es ist bekannt, dass die Mietzinse besonders in den Städten unverhältnismässig überteuert sind. Bezahlbare Wohnungen verschwinden, weil sie „renoviert“ werden und danach um einige Hundert Franken mehr kosten und somit für die bisherigen Mieter unerschwinglich werden.

Es sind Empfehlungen, die auch im Kanton Zürich nötig und wirksam wären. Es sind Empfehlungen, wie sie auch Caritas Zürich verfasst – zum Beispiel zu unserem Armutsforum. Das ermutigt und bestärkt uns und zeigt: Wir sind nicht alleine.

Die Welt verändern
So gehen zwar die einzelnen Welt- und Jahrestage meist unter in der alltäglichen News-Flut – es gehen auch selten so viele auf die Strasse wie am Tag der Arbeit. Doch manchmal zeigen sie, dass andere Organisationen, andere Menschen am gleichen Thema dran sind. Konstant, hartnäckig und fundiert. Und das weckt Hoffnung. Die Hoffnung, steter Tropfen möge den Stein höhlen, etwas bewegen und schliesslich sogar die Welt verändern.

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