Zum Wohl für Weihnachten

Dies ist meine reale Geschichte. Mein Weihnachtsbaum hat mich gerettet, damals, und die Erinnerung daran kommt zurück, immer an Weihnachten.

«Als ich Kind war, nahm uns Papa mit im Fabrik. An Mitternacht kam der Weihnachtsmann… wie in Märchenwelt», erzähle ich einer Studentin, während wir meinen grossen Weihnachtsbaum tragen, zu Fuss vom Markt. Bis im mein Wohnung haben wir mit Tränen gelacht. Viele Jungs sagten zu uns: «Darf ich Ihre Weihnachtsmann sein? Darf ich im Dekoration mithelfen? Kann ich bei euch Weihnachten feiern?»

Wir lassen den Baum im Haus, gehen schnell zur Uni. Im Korridor ist eine Liste, mit viele Namen, meine Name auch: «Suspendiert und bestraft werden diese Studenten, wegen Demonstration.» Der Professor ist vorne. Er sagt: «Tja, beste Studenten…» Dann erbricht er, wir helfen ihm. Als er mir bemerkt, sagt er erschrocken: «Weg, schnell weg, weeeg!» – «Professor, ich war nicht im Demonstration, ich war krank», sage ich. «Weeeeg» sagt er, wie ein Verrückter. Er weint. Ja ja, ich gehe, ich bin gewöhnt, ich sehe immer und immer Akademiker, die verrückt sind. Manche machen Selbstmord, einige im Gefängnis, andere gehen ins Exil. Zeit isst Menschen – ein politisches Syndrom.

Wieder im Wohnung. Starke Kopfschmerzen. Ich lasse meine Tasche unterm Weihnachtsbaum. Zehn Minuten später klingelt an Tür. Ich offne: zwei besoffene Polizisten. «Wir müssen kontrollieren, und dich mitnehmen!» – «Aber ich bin nicht Demonstrantin.» – «Kein Wort mehr!» Beide gehen im Zimmer. Der Polizist mit einen Fleck im Gesicht öffnet ein Sack, und dort alle meine Bücher… Während er Bücher im Sack wirft, der Weihnachtsbaum ist gefallen. Er war nervös. Ich ziehe den Baum in Korridor und mit ihm meine Tasche.

«Bring uns Kaffee, ohne Zucker, schnell!» – «Okay», sage ich, mit getrocknete Mund. Ich mach eine Kaffee und während des Lärmes vom Herd, ich offne das Fenster im Badezimmer… ist gross zum Glück, aber nur beim Gedanken zu springen werden meine Beine kalt. Ich gebe ihm Kaffee, bin wieder im Korridor, nehme die Tasche, und mache als kochte für den anderen Kaffee. Die beiden rauchen jetzt im sitzen. Ich spring vom Fenster mit gestorbene Beine. Schnell von einem Haus im anderen…

Am Abend überquere ich die Grenzen meines Landes, mit Zug zum Grossvater. Er war informiert, und wenn ich dort bin, im Wohnzimmer ist so viel Rauch, ich kann ihn nicht sehen… «Grossvater, Grossvater» rufe ich. Er war im Mitte des Rauches. «Ja, komm mein Kind.» Er umarmt mich: «Sei nicht traurig, mein Kind, es werden bessere Zeiten kommen. Dekorieren wir Weihnachtsbaum?» – «Kein mehr Kraft», sage ich, und beginne zu weinen. «Mein Kind», sagt er, «Weihnachten hat dich gerettet. Wie konntest du ohne Tasche, ohne Papiere hier herkommen? Es ist ein Wunder du bist nicht erwischt worden. Immer wenn du traurig bist, denk an dieses Fest, es ist Licht des Lebens.»

So gehen die Jahre, von Weihnachten zu Weihnachten, vom Krieg zum Frieden. Erste Weihnachten in der Schweiz, bin bei meine Cousine in Baselland. Eine Nachbarin ladet uns ein. Bei ihr ist Weihnachtsbaum noch nicht dekoriert. Die Frau ist jung, der Mann sehr alt. Aber etwas weht in mir: Déjavu… ist nicht schwer, Bilder im Kopf zu ordnen. Ich kenne nicht meine Stimme, als ich der alte Mann frage: «Warst du Polizist?» Die Frau wird rot, der Mann sagt: «Ja» – «Erinnerst du dich an mich?» – «Nein» – «Eine Studentin, die vom Fenster springt?» – «Nein. Aber wenn du gesprungen bist: Kompliment. Waren schlimme Zeiten.» – «Schlimme Zeiten mit schlimme Menschen», antworte ich.

«Zum Wohl für Freiheit in Ihrem Land», sagt die Frau. Alle sagen mir: «Zum Wohl, zum Wohl.» Er auch, ohne mich anzuschauen. Kraftlos konzentriere ich mich auf den Weihnachtsbaum, dort finde ich das Licht des Lebens und sage mit Glas im Hand: «Zum Wohl für Weihnachten, zum Wohl, zum Wohl, zum Wohl.»

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