Frühkindliche Bildung ist wichtig

Warum frühkindliche Bildung wichtig ist

Lebenslanges Lernen – diese Forderung ist immer wieder zu hören. Doch wer ständig dazulernen soll, muss zuerst das Lernen selbst lernen. Hier sind frühkindliche Erfahrungen von zentraler Bedeutung, wie unser Gespräch mit Heidi Simoni* zeigt.

Warum ist frühkindliche Bildung so wichtig – entwickeln sich Kinder nicht von ganz alleine?

Kinder einfach machen lassen und dann schauen, was aus ihnen geworden ist – das hat schon bei Kaspar Hauser nicht funktioniert. Denn Kinder brauchen ein anregendes Umfeld und eine liebevolle Begleitung, die ihnen spannende Zugänge zur Welt eröffnen.

Mit frühkindlicher Bildung ist also nicht Frühenglisch gemeint?

Kinder sollten die Möglichkeit haben, ihre Neugierde auszuleben und grundlegende Lernerfahrungen zu machen. Es geht also nicht um Frühenglisch, sondern darum, dass Kinder sich als erfolgreich lernende Menschen wahrnehmen. Denn alle Kinder wollen lernen. Darum sollten wir auch jedem Kind die Chance geben, dass es das tun kann!

Wie sieht es mit diesem «Lernen können» bei armutsbetroffenen Kindern aus?

Ob Kinder zum Lernen Gelegenheit bekommen ist eigentlich keine Frage von arm oder reich. Doch die Realität, in der 170’000 Kinder aus sozial benachteiligten Familien aufwachsen, sieht oft anders aus. So kann es für eine von Existenzängsten geplagte Mutter schwierig sein, sich nicht zermürben zu lassen und eine anregende Umgebung aufzubauen. Darum profitieren gerade diese Kinder ganz besonders von Kitas, Spielgruppen oder Tagesfamilien.

Und was ist der gesellschaftliche Mehrwert der Frühförderung von Kindern?

Die Studien des Nobelpreisträgers James Heckman haben gezeigt, dass die Sozialrendite von Investitionen in die frühkindliche Phase wesentlich höher ist als in späteren Lebensphasen. Insofern macht die Frühförderung auch volkswirtschaftlich Sinn und man muss klar sehen: Wer in Kinder investiert, investiert in die Gesellschaft!

Dr. Heidi Simoni * Dr. Heidi Simoni ist Psychologin und Leiterin des Marie Meierhofer-Instituts in Zürich. Das MMI beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Erkenntnissen aus Forschung und Praxis im Bereich der frühkindlichen Entwicklung und Pädagogik.

***

Helfen Sie mit, Kinder zu fördern!

Übernehmen Sie eine Themenpatenschaft für Kinder im Kanton Zürich. Ermöglichen Sie musische und sportliche Freizeitbeschäftigungen und fördern sie die soziale Integration, das Selbstvertrauen und die Zukunftschancen der Kinder. » Themenpatenschaften

Engagieren Sie sich freiwillig in den folgenden Projekten:

» Copilot: Möchten Sie Eltern beim Schuleintritt ihrer Kinder unterstützen? Geben Sie Ihr Wissen rund um das Thema Schule weiter und begleiten Sie eine Familie während eines Jahres.

» «mit mir»: Gesucht sind freiwillige Vermittlerinnen und Vermittler, die Patenschaften begleiten und als Ansprechperson für Familien und Patinnen/Paten tätig sind.

 

ähnliche Artikel

Keine Kommentare

Rückmeldung hinterlassen