Vorbilder gesucht

Meine Kinder wollen spielen. Denn schon von klein auf wussten sie, dass Spielen wichtig ist. Doch jetzt sind sie gross und möchten eine Playstation…

Von klein auf bringen wir unseren Kindern bei, wie toll es ist, zu spielen. „Geh nach draussen spielen, in den Sandkasten, den Kletterturm, Fangis machen“. Wenn’s regnet oder kalt ist, sind es Bauklötze, Puppen, das ganze Repertoire der Spielzeugindustrie. Für jedes Alter etwas Passendes, am liebsten mit den Prädikat „pädagogisch wertvoll“. Denn Spielen fördert die Sozialkompetenz, die Vernetzung der Synapsen und last but not least: Spielen soll Spass machen.

Bitte eine Spielkonsole

Was, so frage ich mich, soll ich bloss meinem 13-jährigen Antworten, der mich seit Tagen bestürmt, auf Ricardo eine Spielkonsole zu kaufen, für die mir schlicht und einfach das Geld fehlt, auch wenn sie wirklich günstig ist im Vergleich zum Normalpreis? Muss es denn ausgerechnet eine Spielkonsole, oder könnte es nicht auch etwas anderes sein? Nach welchen Kriterien soll er seine Wünsche richten? Fast alle in der Klasse besitzen eine solche Konsole, hat er mir kürzlich anvertraut, und er möchte eben auch mitreden, wenn die anderen ihre Highscores austauschen. Es ist nicht dramatisch, aber er fühlt sich ausgeschlossen.

Dem Druck standhalten
Meine Kinder müssen nicht nur lernen, sich im Spiel mit anderen zu messen, sondern auch, sich von ihnen abzugrenzen. Sich zu lösen vom Druck der Gesellschaft, die einem vorgaukelt, dass nur derjenige dazu gehört, der mitmacht und einkauft. Bloss: wo finden sie die Vorbilder, an denen sie sich orientieren können?

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